„Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind.
Wir sehen sie, wie wir sind.“

(Anais Nin)


Klinischer Ursprung von MBSR


Die Wirkungen einer regelmäßigen Achtsamkeitspraxis sind gut erforscht. In der gesundheitlichen Vorsorge oder im Rahmen einer Burnout-Behandlung wird Achtsamkeit als praktischer und  wirksamer Weg zur Stressreduzierung genutzt.

 

Tatsächlich hat das Intensivtraining MBSR seinen Ursprung im klinischen Kontext, wo es vom Molekularbiologen Prof. Jon Kabat-Zinn vor über 30 Jahren für Patienten mit chronischen Schmerzen, starken Ängsten und anderen psychiatrischen, psychosomatischen und stressbedingten Krankheitsbildern entwickelt wurde.

 

Seitdem hat das 8-wöchige Intensivtraining weltweit Verbreitung gefunden, denn der Nutzen reicht weit über den klinischen Kontext hinaus.


Wirkungsebenen Achtsamkeit


Eine intensive Achtsamkeitspraxis führt nachweisbar zu Veränderungen der Gehirnaktivität, des emotionalen Verhaltens unter Stress und der Immunfunktionen beim Menschen.

 

Dies zeigte erstmals eine Studie aus dem Jahr 2003 (*1), die Teilnehmer eines MBSR-Kurses im betrieblichen Umfeld untersuchte. Seitdem boomen die Studienprojekte rundum das 8-wöchige Intensivtraining und zeigen sehr positive und spannende Ergebnisse.

 

In einer Zusammenfassung aller bestehender Forschungsergebnisse wurden 2011 (*2) vier Bereiche herausgearbeitet, auf die das Intensivtraining wirkt: Aufmerksamkeitsregulation, Körpergewahrsein, Emotionsregulation und Sicht auf das "Selbst".

 



Aufmerksamkeit


Leichter bei der Sache bleiben & höhere Konzentrationsfähigkeit, sowie Störreize ausblenden können


Körpergewahrsein


Gesteigerte Fähigkeit, auch sehr subtile Köperempfindungen zu bemerken, als Voraussetzung für Emotionsregulation


Emotionsregulation


Veränderung der Art und Weise, mit schwierigen Gefühlen umzugehen, (bspw Umdeutung oder Akzeptanz)


Selbstwahrnehmung


Veränderte Sicht auf das "Selbst", durch Aufmerksamkeitsregulation, Körpergewahrsein und Emotionsregulation.


*1: Davidson, R. J., Kabat-Zinn, J., Schumacher, J., Rosenkranz, M., Muller, D., Santorelli, S. F., Sheridan, J. F. (2003). Alterations in brain and immune function produced by mindfulness meditation. Psychosom Med, 65(4), 564–570

*2:  Hölzel, B. K., Lazar, S. W., Gard, T., Schuman-Olivier, Z., Vago, D. R., & Ott, U. (2011). How Does Mindfulness Meditation Work? Proposing Mechanisms of Action From a Conceptual and Neural Perspective. Perspectives on Psychological Science, 6(6), 537–559.